5 Knoten, die jeder Fischer kennen sollte

Der grösste Fisch des Jahres hängt am Haken, die Rute ist krumm, die Bremse singt – und plötzlich ist alles schlaff. Kein Schnurbruch mitten in der Leine, sondern ein sauber aufgegangener Knoten mit einem verräterischen Kringel am Ende. Fast jeder von uns hat das schon erlebt. Dabei ist der Knoten die einzige Stelle der Montage, die wir selbst herstellen – und damit auch die Stelle, an der wir am meisten falsch machen können.

Die gute Nachricht: Du musst keine 50 Angelknoten beherrschen. Mit fünf zuverlässigen Knoten deckst du fast alles ab, was beim Angeln auf Forelle, Barsch, Hecht oder Zander anfällt. In diesem Beitrag stelle ich dir diese fünf Angelknoten vor, erkläre, wofür sie sich eignen, und zeige dir die häufigsten Fehler beim Binden.

Warum der richtige Angelknoten so wichtig ist

Jeder Knoten schwächt die Schnur. Selbst ein gut gebundener Knoten erreicht selten die volle Tragkraft der Schnur, ein schlecht gebundener kann sie halbieren. Der Grund liegt in der Reibung und den engen Biegungen: Beim Zuziehen entsteht Wärme, die monofile Schnur wird beschädigt und bricht genau dort, wo du es am wenigsten brauchen kannst.

Dazu kommt, dass nicht jeder Knoten zu jeder Schnur passt. Geflochtene Schnur ist sehr glatt und rutscht aus Knoten, die mit Monofil problemlos halten. Fluorocarbon ist steif und verlangt sorgfältiges Zuziehen. Wer die Eigenschaften seiner Schnur kennt und den passenden Knoten wählt, verliert deutlich weniger Fische und Köder.

Die 5 wichtigsten Angelknoten im Überblick

1. Der verbesserte Clinchknoten

Der verbesserte Clinchknoten ist der Klassiker schlechthin und für viele Angler der erste Knoten überhaupt. Mit ihm verbindest du monofile Schnur oder Fluorocarbon mit Haken, Wirbel, Karabiner oder Kunstköder.

So geht’s: Du führst das Schnurende durch das Öhr, wickelst es fünf- bis siebenmal um die Hauptschnur, fädelst es durch die kleine Schlaufe direkt am Öhr und anschliessend durch die grosse Schlaufe, die dabei entstanden ist. Befeuchten, langsam zuziehen, fertig.

Ideal ist der Clinchknoten für dünne bis mittlere monofile Schnüre. Für geflochtene Schnur ist er dagegen nicht geeignet, denn dort rutscht er gerne durch.

Faustregel: Je dünner die Schnur, desto mehr Wicklungen.

2. Der Palomarknoten

Der Palomarknoten gilt als einer der stärksten Knoten für die Verbindung von Schnur und Haken und ist zudem erstaunlich einfach. Vor allem mit geflochtener Schnur spielt er seine Stärken aus.

So geht’s: Du legst ein Stück Schnur doppelt, schiebst die Schlaufe durch das Öhr, bindest mit der doppelten Schnur einen einfachen Überhandknoten und ziehst die Schlaufe über den Haken oder den Köder. Danach an beiden Strängen ziehen, bis der Knoten sauber am Öhr sitzt.

Einziger Nachteil: Bei grossen Wobblern mit mehreren Drillingen wird es umständlich, die Schlaufe über den ganzen Köder zu ziehen. Für Einzelhaken, Wirbel und kleine Köder ist der Palomar aber eine sehr sichere Wahl.

3. Der Uni-Knoten

Wenn du nur einen einzigen Angelknoten lernen willst, dann den Uni-Knoten. Er ist vielseitig, hält mit monofiler und geflochtener Schnur, und du kannst ihn sogar für Schnurverbindungen und Schlaufen verwenden.

So geht’s: Das Schnurende geht durch das Öhr, wird parallel zur Hauptschnur zurückgelegt und bildet eine Schlaufe. Mit dem Ende wickelst du nun fünf- bis sechsmal durch diese Schlaufe um beide Schnurstränge. Dann ziehst du zuerst am Ende, damit sich die Windungen formen, und schiebst den Knoten danach mit Zug an der Hauptschnur ans Öhr. Bei Geflecht nimmst du sieben bis acht Windungen.

Profi-Tipp: Lässt du den Knoten vor dem endgültigen Zuziehen etwas vom Öhr entfernt stehen, erhältst du eine kleine Schlaufe, in der sich ein Gummifisch oder Wobbler freier bewegt.

4. Der doppelte Uni-Knoten

Der doppelte Uni-Knoten verbindet zwei Schnüre miteinander. Er ist die erste Wahl, wenn du eine geflochtene Hauptschnur mit einem Vorfach aus Fluorocarbon oder Monofil verbinden willst, oder wenn du nach einem Abriss zwei Schnurstücke zusammenfügen musst.

So geht’s: Die beiden Schnurenden werden überlappend nebeneinandergelegt. Mit jedem Ende bindest du einen Uni-Knoten um die jeweils andere Schnur. Anschliessend ziehst du beide Hauptschnüre auseinander, bis die zwei Knoten aufeinandertreffen.

Bei der Verbindung von Geflecht und Monofil gilt: Geflecht bekommt mehr Windungen (etwa acht), Monofil etwa vier bis fünf. Der Knoten ist schlank genug, um ohne grossen Widerstand durch die Rutenringe zu laufen, und lässt sich auch am Wasser mit kalten Fingern noch gut binden.

5. Die Chirurgenschlaufe

Die Chirurgenschlaufe ist die schnellste Art, eine feste Schlaufe ans Schnurende zu binden. Du brauchst sie für Schlaufe-in-Schlaufe-Verbindungen bei Vorfächern, zum Einhängen von Karabinern oder für Posen- und Grundmontagen.

So geht’s: Du legst das Schnurende doppelt, bindest mit der doppelten Schnur einen Überhandknoten und führst die Schlaufe ein zweites Mal hindurch. Befeuchten, gleichmässig an Schlaufe und Schnur ziehen, überstehendes Ende kürzen.

Die Chirurgenschlaufe ist nicht ganz so schlank wie andere Schlaufenknoten, dafür sehr robust und auch für Anfänger zuverlässig.

Die häufigsten Fehler beim Knotenbinden

Die meisten Knoten gehen nicht auf, weil der Knoten schlecht ist, sondern weil er falsch gebunden wurde. Diese Fehler solltest du vermeiden:

  • Nicht befeuchten: Monofil und Fluorocarbon immer vor dem Zuziehen mit Wasser oder Speichel benetzen. Das reduziert die Reibungswärme deutlich.
  • Zu schnell zuziehen: Ziehe Knoten langsam und gleichmässig fest. Ruckartiges Zuziehen verursacht Hitze und Kringel.
  • Ende zu knapp abschneiden: Lass etwa zwei bis drei Millimeter überstehen. So hat der Knoten Reserve, falls er sich unter Last noch etwas setzt.
  • Windungen überkreuzen: Achte darauf, dass die Wicklungen sauber nebeneinanderliegen. Überkreuzte Windungen sind Sollbruchstellen.
  • Knoten nicht testen: Ziehe nach dem Binden kräftig an der Schnur. Lieber verlierst du den Knoten jetzt als später am Fisch.

Fazit: Wenige Angelknoten, aber richtig

Mit dem verbesserten Clinchknoten, dem Palomarknoten, dem Uni-Knoten, dem doppelten Uni-Knoten und der Chirurgenschlaufe bist du für die allermeisten Situationen am Wasser bestens gerüstet. Mein Tipp: Übe die Knoten zu Hause, bis du sie ohne Hinschauen binden kannst. Am Wasser, bei Wind, Kälte oder Dämmerung, bist du froh um jeden Handgriff, der sitzt.

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  • Klassiker für Haken, Wirbel und Köder wie Trilene-, Snell- oder Plättchenhaken-Knoten
  • Schnurverbindungen wie FG-, Albright- und Blutknoten
  • Schlaufen wie Perfection Loop, Dropper Loop und Bimini Twist
  • Spezialknoten wie Gleitposen-Stopper, Spulenknoten und Knotless Knot

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Welcher Angelknoten ist dein Favorit? Schreib es mir in die Kommentare.

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